parallax background

„Fake it till you make it“ – Ein paar Gedanken zu dieser Herangehensweise

„Traveln“ wirklich sinvoll? – Kritische Gedanken zum Thema Reisen
10. März 2014
 

Fake it till you make it - Ist es sinnvoll sich selbst vorzuspielen jemand anderes zu sein?

So tun als könnte man etwas, solange bis man das kann. Heutzutage liest man diesen Spruch öfter denn je in sozialen Medien, liest ihn sonst wo auf Webseiten oder sind das in YouTube Videos. Dem entsprechend wollte ich mich heute mal etwas genauer mit diesem Spruch auseinandersetzen, denn vor allem auch auf Instagram liest man diesen ja ständig. Sei es der junge Abiturient, der motivierende YouTube Videos gesehen hat, und der Meinung ist 2018 schon Millionär zu werden, sei es der unsichere Junge der durch eine Anmeldung im Fitnessstudio und Albenweise "hartem" Rap auf den Kopfhörern, der Meinung ist, das würde seinen kompletten Charakter transformieren. Sei es der Großstadtjunge welcher von seinen Eltern mit überteuerter "Hype" Kleidung eingedeckt wurde und diese in möglichst jedem einzelnen Bild mit einem vor Ego strotzenden gegoogelten Spruch hinterlegt, oder auch der Hype rund um das Networkmarketing oder den Vertrieb, welcher bei einigen Personen zur glühbirnenwechsel-artigen Charakter Änderungen geführt hat, zumindest auf der oberflächlichen Ebene.

Hierbei habe ich mich doch jedoch schon länger gefragt ob dies wirklich auf lange Sicht eher gesund oder ungesund ist. Völlig logischerweise, wenn man eine gewisse Person werden möchte, gewisse Charakterzüge annehmen möchte oder sich positiv entwickeln möchte ist die Intention natürlich eine gute. Dennoch halte ich es für bedenklich nach dem „tu so als wärst du es, bist du es bist“ Herangehensweise diese Änderung hervorrufen zu wollen. Denn stellt euch doch mal folgendes metaphorisch vor:


„Don't fake it till you make it. Fake it till you become it.”

Ihr wollt einen Berg besteigen, 5000 m Höhe und mehrere Tagesmärsche liegen vor euch. Anstatt den Überblick zu behalten, täglich zu schauen wie weit ihr gekommen seid, und mit einer gesunden Selbstreflektion Schritt für Schritt die Erreichung des Zieles zu genießen sagt ihr euch einfach jeden Tag das sie eigentlich schon da seid. Ihr sagt euch nach dem ersten Tag genau so das ihr schon da seid, wie am dritten, wie am vierten, wie am fünften und so weiter. der Fakt dass Ihr euch selbst sagt, dass sie bereits angekommen seid, ändert nämlich nichts daran dass der Weg trotzdem so lange bleibt wie er ist, dass er ein gewisses Zeitintervall benötigt und das Fortschritte und große Veränderungen nicht über Nacht passieren.

Versuch in jedem Fall ehrlich zu dir selbst zu bleiben und nicht zu vergessen, dass jeder Veränderungsprozess seine Zeit benötigt. Jedes Plateau, jeder Fortschritt und jeder Zweifel ist nur teil des Prozesses um zu erreichen was auch immer du dir vorgenommen hast. Die Steine auf dem Weg wirst du nicht überspringen können - sieh jeden von Ihnen als einen Test, für den du dich bis zu dem Zeitpunkt hin vorbereitet hast und mit dem du dir selbst beweisen kannst, dass du es schaffen kannst und es wirklich willst.

 

Was man sich beim Thema "Fake it till you make it" im Gedächtnis behalten sollte

Wer sich tagtäglich und vehement einredet jemand zu sein, der eher nicht ist wird eventuell irgendwann vor dem Spiegel erschreckend das zusammenfallende Kartenhaus sehen, feststellen das die oberflächlichen Lügen nicht bis zum Kern durchgedrungen sind und wird sich an einem Punkt befinden, der weiter zurücklegt als der, von dem gestartet ist. Jedoch ist das natürlich auch nur eine der möglichen Ausgänge, denn eventuell bringst du, oder derjenige, tatsächlich die Ausdauer mit dir ist benötigt um diese jeweilige charakterliche Änderungen zu vollziehen. Hierbei sollte jedoch ganz klar beachtet werden dass man oftmals sehr stark überschätzt, was man in einem Jahr schaffen kann und sehr stark unterschätzt, was man in fünf Jahren schaffen kann. Dementsprechend halte ich die „Fake it till you make it“ Mentalität für durchaus sinnvoll, wenn man eine positive, durchdachte und nachhaltige Charakter Veränderung oder Lebensveränderungen vollziehen möchte, sollte jedoch das vorgenommene Zeitintervall sicherheitshalber mit drei multiplizieren.


 

Denn wie Dinge funktionieren, wie anstrengend sie sind und was dahinter steckt erfährt man selbst oftmals erst im Prozess, also während man es tatsächlich tut. Dementsprechend wäre es naiv und äußerst dümmlich das Zeitintervall für diesen Prozess, im Vorhinein völlig festzusetzen. Denn wie wo soll man wissen wie lange etwas dauert, und vor allem wie lange man selber brauch um etwas zu erledigen, wenn man es noch nicht selbst gemacht hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.